Kartoffel
Allgemeines
Kartoffeln gehören zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln weltweit und sind auch im eigenen Garten sehr beliebt. Botanisch tragen sie den Namen Solanum tuberosum und gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Ursprünglich stammen Kartoffeln aus Südamerika und wurden im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht. Heute sind sie aus der Küche nicht mehr wegzudenken.
Die Kartoffelpflanze bildet unterirdische Knollen, die wir als Gemüse ernten. Es gibt viele verschiedene Sorten, die sich in Reifezeit, Geschmack und Verwendung unterscheiden, zum Beispiel festkochende, vorwiegend festkochende und mehligkochende Kartoffeln. Im Garten sind Kartoffeln relativ pflegeleicht, benötigen aber ausreichend Platz und einen gut vorbereiteten Boden.
Aussaat und Ernte
Vorkeimen (Vorziehen):
- Kartoffeln werden nicht ausgesät, sondern als Knollen gepflanzt
- Vorkeimen ab Februar bis März an einem hellen, kühlen Ort
- Dauer: etwa 2–4 Wochen
- Ziel: kräftige, kurze Keime fördern ein schnelleres Wachstum
Pflanzen (Setzen der Kartoffeln):
- Pflanzzeit: April bis Mai
- Pflanztiefe: etwa 10 cm
- Pflanzabstand: etwa 30–35 cm
- Reihenabstand: etwa 60–70 cm
- Nach dem Austreiben regelmäßig anhäufeln, damit sich mehr Knollen bilden
Ernte:
- frühe Kartoffeln: ab Juni
- Haupt-Erntezeit: Juli bis September
- Kulturdauer: etwa 90–150 Tage je nach Sorte
- Reifezeichen: Kraut wird gelb und stirbt ab
- Knollen vorsichtig aus dem Boden holen und trocknen lassen
Standort und Boden
Kartoffeln wachsen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Viel Licht sorgt dafür, dass die Pflanzen kräftig wachsen und sich gut entwickelte Knollen bilden. Ein luftiger Standort hilft außerdem, Krankheiten vorzubeugen.
Der Boden sollte locker, tiefgründig und gut durchlässig sein. Besonders wichtig ist, dass sich die Knollen im Boden gut ausbreiten können. Schwere, verdichtete Böden sind weniger geeignet, da sie das Wachstum behindern und zu verformten Knollen führen können. Ein humusreicher Boden mit ausreichend Nährstoffen ist ideal, da Kartoffeln zu den Starkzehrern gehören.
Vor dem Pflanzen empfiehlt es sich, das Beet gut zu lockern und mit Kompost oder organischem Dünger anzureichern. Außerdem sollte Staunässe vermieden werden, da sie zu Fäulnis führen kann. Der ideale pH-Wert liegt etwa zwischen 5,0 und 6,5, also leicht sauer.
Nachbarn
Gute Nachbarn:
- Bohnen
- Erbsen
- Kohl
- Spinat
- Mais
Schlechte Nachbarn:
- Tomaten
- Paprika
- Auberginen
- andere Nachtschattengewächse
Fruchtfolge
Kartoffeln gehören zu den Starkzehrern und sollten nicht mehrere Jahre hintereinander am gleichen Standort angebaut werden. Eine Anbaupause von etwa drei bis vier Jahren ist empfehlenswert, um Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule zu vermeiden und den Boden zu schonen.
Außerdem sollten Kartoffeln nicht direkt nach anderen Nachtschattengewächsen wie Tomaten oder Paprika angebaut werden, da diese ähnliche Krankheiten und Schädlinge haben können. Gut geeignet sind dagegen Beete, auf denen zuvor Hülsenfrüchte oder andere weniger anspruchsvolle Pflanzen gewachsen sind. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge sorgt für gesunde Pflanzen und gute Erträge.